Mindestlohn-Umfrageergebnisse liegen vor - Dokumentations- und Umsetzungsaufwand belastet Unternehmer sehr – DEHOGA-Kritik bestätigt

Die Ergebnisse der Mindestlohn-Umfrage der Hochschule Heilbronn liegen vor. Die Ergebnisse bestätigen ganz klar die DEHOGA-Positionierungen und unsere Hauptkritikpunkte an den gesetzlichen Neuregelungen. 
Die Studie hat unter anderem ergeben, dass die Personalkosten von 2014 auf 2015 in der Hotellerie um 9 Prozent und in der Gastronomie um 13 Prozent steigen. Ganz maßgeblich dafür verantwortlich: der gesetzliche Mindestlohn. 
Die großen Herausforderungen sehen jedoch Hoteliers wie Gastronomen in der Dokumentationspflicht und im Aufwand zur Umsetzung. So gaben 70 Prozent der befragten Hoteliers und 78 Prozent der Gastronomen an, dass sie in der Pflicht zur Dokumentation der Arbeitszeit eine große oder sehr große Herausforderung sehen. Der Aufwand zur Umsetzung des Mindestlohngesetzes wird von 66 Prozent der Hoteliers und 75 Prozent der Gastronomen als große oder sehr große Herausforderung erlebt. 
Die steigenden Personalkosten wollen die meisten Betriebe zumindest teilweise über Preiserhöhungen ausgleichen. Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, bereits einen Teil der Mehrkosten über höhere Preise kompensiert zu haben oder dies zu planen. Ein Ergebnis, das sich auch in den aktuellen Verbraucherpreis-Erhebungen des Statistischen Bundesamts spiegelt (s. eigene Meldung). 
„Die Studie verdeutlich noch einmal, wie massiv der Mindestlohn sich in der täglichen Arbeit niederschlägt, aber auch, dass wie befürchtet gerade Kleinbetriebe in strukturschwachen Regionen insbesondere in Ostdeutschland unter den Folgen leiden“, so DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Die Rückmeldungen der Gastronomen aus Ostdeutschland ergaben, dass dort die Personalkosten – insbesondere getrieben durch den Mindestlohn – um 21 Prozent steigen. „Ob die Gäste just in den strukturschwachen Gebieten die in vielen Fällen vermutlich unausweichlichen Preiserhöhungen mitmachen, scheint fraglich.“ Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl scheint in den meisten Fällen bislang keine Alternative, eine Anpassung der Mitarbeiterstruktur zur Optimierung der Personalkosten hingegen schon. So wird ein leichter Anstieg an Teilzeitkräften und Auszubildenden erwartet, während die Zahl der Minijobber zurückgehen könnte – einen ersten Rückgang der Minijobs bestätigen die Zahlen der Minijobzentrale für Januar (s. eigene Meldung). Weitere häufig genannte Anpassungsmaßnahmen, insbesondere in der Gastronomie: Veränderungen an der Speisekarte oder bei Veranstaltungen / Events sowie eine Reduzierung der Öffnungszeiten.
An der Onlinebefragung nahmen deutschlandweit 1.512 Betriebe teil. Der DEHOGA dankt allen Unternehmern sehr herzlich, die sich die Zeit genommen haben, diese Umfrage mit ihren bisherigen Erfahrungswerten zu unterstützen. Hartges: „Ihre Antworten helfen immens beim Aufzeigen der existierenden Probleme gegenüber der Politik – denn Stimmen aus der Praxis sind doch oft am überzeugendsten. In diesem Zusammenhang wiederholen wir auch noch einmal unseren Appell, Ihren Wahlkreisabgeordneten Ihre negativen Erfahrungen bei der Umsetzung des Mindestlohns zu schreiben. Und natürlich können Sie versichert sein, dass wir uns weiter in Ihrem Sinne dafür stark machen, dass die negativen Auswirkungen des Mindestlohns durch politische Korrekturen so weit wie möglich reduziert werden.“